Personal-Recruiting in der Arztpraxis: Definition, Methoden, Zahlen | Omnicare
Ratgeber

Personal-Recruiting in der Arztpraxis

Definition, aktuelle Zahlen zum Fachkräftemangel und etablierte Methoden für Stellenanzeigen, Employer Branding und Karriereseiten — ein Überblick für Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber.

Definition

Personal-Recruiting in der Arztpraxis bezeichnet die systematische Gewinnung neuer ärztlicher und nicht-ärztlicher Mitarbeitender — von der Bedarfsanalyse über die Stellenanzeige bis zur Einstellung. Es umfasst sowohl klassische Wege (Stellenanzeigen, Personalagenturen) als auch moderne Kanäle wie Social-Media-Recruiting und die eigene Karriereseite.

Abgrenzung

Recruiting ist nicht gleichzusetzen mit Mitarbeiterbindung — Recruiting gewinnt neues Personal, Mitarbeiterbindung hält bestehendes. Beide Themen hängen eng zusammen: Eine hohe Kündigungsrate erhöht den Recruiting-Aufwand, gutes Recruiting ersetzt aber keine schlechte Bindung.

Kerndaten

Fachärzte, die Patienten wegen Personalmangel nur eingeschränkt versorgen
rund 80 %
Unbesetzte Hausarztsitze bundesweit
rund 5.000 (Stand 2026)
MFA, die mehrmals monatlich ans Ausscheiden denken
bis zu 46 % — mehr als doppelt so viele wie 2017
Bewerber:innen je 100 offene MFA-Stellen
ca. 113
Kosten einer MFA-Neubesetzung
bis zu 40.000 €

Quellen: Zi-Studie „Praxen-Kollaps" (2023); Ärzteblatt-Studie (2022); aktuelle Branchenauswertungen zu unbesetzten Hausarztsitzen (2026); Omnicare-Webinarreihe „Personal-Recruiting für Arztpraxen".

Etablierte Methoden im Recruiting

Zwei Konzepte aus dem klassischen Marketing lassen sich direkt auf das Praxis-Recruiting übertragen.

AIDA-Modell für Stellenanzeigen

Attention, Interest, Desire, Action — zuerst Aufmerksamkeit wecken, dann Interesse aufbauen, den Bewerbungswunsch erzeugen und zur konkreten Handlung auffordern.

Employer Branding

Der Aufbau einer glaubwürdigen Arbeitgebermarke — über eine klare Karriereseite, echte Teameinblicke und konsistent kommunizierte Praxiswerte.

Multi-Channel-Recruiting

Die Kombination mehrerer Kanäle — klassische Stellenanzeigen, Social Media, Empfehlungsprogramme — statt sich auf einen einzigen Weg zu verlassen.

Unsere 3-stufige Info-Reihe übersetzt diese Konzepte in konkrete, direkt anwendbare Schritte für die Arztpraxis — von den 8 Kernfragen des Recruitings bis zu Insider-Methoden von Personalagenturen.

12 Module, 3 Stufen, alles kostenlos

Von den Grundlagen bis zu Profi-Methoden — unsere Info-Reihe begleitet Sie Schritt für Schritt durch Ihr Recruiting.

Zur Info-Reihe
Häufige Fragen

Gut zu wissen

Sehr dringlich: Rund 80 Prozent der niedergelassenen Fachärzte versorgen Patienten wegen Personalmangel nur eingeschränkt, und bundesweit gibt es rund 5.000 unbesetzte Hausarztsitze.

AIDA steht für Attention, Interest, Desire, Action und ist ein klassisches Marketingmodell. Auf Stellenanzeigen übertragen: zuerst Aufmerksamkeit wecken, dann Interesse aufbauen, den Bewerbungswunsch erzeugen und schließlich zur konkreten Handlung auffordern.

Employer Branding bezeichnet den Aufbau einer glaubwürdigen Arbeitgebermarke, die eine Praxis für Bewerberinnen und Bewerber attraktiv macht — etwa durch eine klare Karriereseite, echte Teameinblicke und konsistent kommunizierte Praxiswerte.

Rekrutierung, Einarbeitung und Ausfallzeit können bis zu 40.000 € kosten — deutlich mehr, als bestehendes Personal übertariflich zu bezahlen, um es zu halten.