Definition
Ein schwieriges Mitarbeitergespräch ist ein Gespräch zwischen Praxisleitung und Personal, das emotional aufgeladene oder konfliktträchtige Themen behandelt — typischerweise Gehalt, Kritik, Kündigungsabsichten oder Unzufriedenheit — und dessen Ausgang die weitere Zusammenarbeit maßgeblich beeinflusst.
Abgrenzung
Ein schwieriges Gespräch ist kein Konfliktgespräch im eskalierten Sinn — es geht um die Prävention und frühzeitige, strukturierte Klärung, bevor sich eine Situation zuspitzt. Bei bereits eskalierten Konflikten sind andere Methoden (z. B. Mediation) angebracht.
Kerndaten
- MFA, die mehrmals monatlich über Kündigung nachdenken
- rund 46 %
- Häufigster genannter Kündigungsgrund
- zu niedriges Gehalt
- Bewerber:innen je 100 offene MFA-Stellen
- ca. 113
- Kosten einer MFA-Neubesetzung
- bis zu 40.000 €
Quelle: Omnicare-Webinarreihe „Personal in der Praxis" (Diana Runge, Katharina Dittmann).
Welche Gesprächstechniken helfen?
In der Kommunikationsforschung haben sich mehrere Modelle für schwierige Gespräche etabliert — ein Überblick über die bekanntesten.
Gewaltfreie Kommunikation
Nach Marshall Rosenberg: Beobachtung ohne Bewertung, Gefühl benennen, Bedürfnis erkennen, konkrete Bitte formulieren — vier Schritte, die Vorwürfe vermeiden.
Harvard-Konzept
Sachbezogenes Verhandeln nach Fisher und Ury: Menschen und Problem trennen, Interessen statt Positionen verhandeln, nach Optionen für beide Seiten suchen.
Aktives Zuhören
Mehr zuhören als sprechen, das Gesagte spiegeln und offene statt geschlossene Fragen stellen — schafft Vertrauen und mehr Informationsgehalt im Gespräch.
Das Webinar von Diana Runge übersetzt diese Prinzipien in konkrete, direkt anwendbare Formulierungen für typische Praxissituationen — inklusive einer Übung zum souveränen Nein-Sagen.
5 wirkungsvolle Tools statt nur Theorie
Gesprächstool, Kommunikationsleitfaden und Webinar mit Ärzte-Coach Diana Runge — konkrete Formulierungen für Gehalts- und Feedbackgespräche, kostenlos.
Werkzeugkasten kostenlos anfordernGut zu wissen
Ein von Marshall Rosenberg entwickeltes Kommunikationsmodell mit vier Schritten: eine Beobachtung ohne Bewertung schildern, das eigene Gefühl benennen, das dahinterliegende Bedürfnis erkennen und eine konkrete Bitte formulieren.
Ein von Roger Fisher und William Ury entwickeltes Verhandlungsmodell, das Menschen und Sachprobleme trennt, nach den dahinterliegenden Interessen statt starren Positionen fragt und Optionen für beide Seiten sucht.
Bei steigenden Lebenshaltungskosten wird Gehalt schnell zum sichtbarsten Vergleichsmaßstab zwischen Arbeitgebern. Oft steckt dahinter aber auch ein Wunsch nach mehr Wertschätzung, der sich nicht nur monetär lösen lässt.
Fest terminiert, 20 bis 30 Minuten, mit einem kurzen Fragenkatalog zur Vorbereitung für beide Seiten — was läuft gut, was könnte besser laufen, wohin will sich die Mitarbeiterin entwickeln.